MESSE FRANKFURT | 19 / 2015

Effizienz und Erneuerbare Energien

Zukunftstrend hybride Heizsysteme

Die Energiewende ist in den deutschen Heizungskellern noch nicht angekommen. Von den insgesamt rund 20,5 Millionen zentralen Wärmeerzeugern sind 71 Prozent der Anlagen unzureichend effizient und damit modernisierungsbedürftig. Ein Großteil der Heizungen ist weit über 20 Jahre alt. Diese Anlagen verbrauchen deutlich mehr Energie als nötig. Umgekehrt beträgt die Anzahl der Geräte, die sich auf dem Stand der Technik befinden und zusätzlich erneuerbare Energien einkoppeln, gerade einmal 17 Prozent. Gemessen an der Bedeutung des Gebäudebereiches für das Gelingen der Energiewende sind diese Zahlen nicht zufriedenstellend.

Der Einsatz hybrider Heizsysteme bietet eine Vielzahl von Vorteilen und ist damit einer der Trends im Wärmemarkt. Diese Systeme stehen für die energiesparende Kombination verschiedener Wärmequellen. Hybride Systeme sind hocheffizient, flexibel erweiterbar und koppeln erneuerbare Energien ein. Solche Systeme kommen sowohl im Neubau als auch bei der Sanierung bestehender Heizungsanlagen zum Einsatz. Die Hybridheizung kombiniert die Vorteile verschiedener Energieträger und Heizsysteme miteinander – also zum Beispiel einen Gas- oder Öl-Brennwertkessel mit einer Solaranlage, einer Einzelfeuerstätte oder einer Wärmepumpe und speichert Wärme auf Vorrat. Herzstück des Hybridsystems ist ein großer zentraler Wärmespeicher. Hier speisen ein Gas- oder Öl-Brennwertkessel und zusätzlich Solarkollektoren, Wärmepumpe oder ein wasserführender Kaminofen überschüssige Wärme ein. Der Speicher wird damit zur Wärmequelle für Heizung und Warmwasser. Insbesondere in den übergangsmonaten im Frühjahr und Herbst kann man so einen Großteil der benötigten Energie aus erneuerbaren Energien und damit umweltfreundlich erzeugen. Erst wenn die Temperatur im Speicher unter ein bestimmtes Niveau sinkt, springt der Gas- oder Öl-Heizkessel ein.

Mehr als ein Drittel des deutschen Endenergieverbrauchs entfällt auf die Heizung und Warmwasserbereitung in Gebäuden. Würden die hier liegenden CO2- Minderungs- und Energieeinsparpotenziale gehoben, könnten gut 13 Prozent des deutschen Energieverbrauchs eingespart werden. Marktreife Produkte, Technologien und Lösungen, mit denen sich diese Potenziale realisieren lassen, zeigen führende Hersteller auf der ISH im Bereich ISH Energy in den Hallen 8, 9 und 10.

heizsysteme
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Beispielhafte Darstellung eines hybriden Systems.
Solche Systeme nutzen mindestens zwei Energiequellen.